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Business Model HR: Mehrwert durch Digitalisierung

HR will Mehrwert für andere Bereiche schaffen. Die Digitalisierung ist dafür ein Schlüssel. Aber wo können wir starten? Bevor wir uns dieser Frage annähern, werfen wir zunächst einen Blick darauf, was genau der Kern des Wertversprechens von HR ist. Was ist die Value Proposition von HR?

Geschäftsmodelle beschreiben

Zur Beschreibung von Geschäftsmodellen hat sich das Business Model Canvas etabliert. Mit ihm lässt sich ein komplettes Geschäftsmodell auf einer Seite – dem Canvas – beschreiben. Im Zentrum steht dabei das Wertesprechen (Value Proposition), mit dem wir unsere Kunden glücklich machen möchten. Um die Value Proposition gruppieren sich acht weitere Felder: Sie beschreiben die Kunden, Lieferkanäle, die Art der Kundenbeziehung, Kernaktivitäten, Kernressourcen, Partner und Geldströme. Eine schöne Beschreibung des Modells findet sich auch hier:

Ein Geschäftsmodell für HR

Würden wir die Dienstleistung von HR auf die Services und die Payroll beschränken, könnte das Geschäftsmodell so aussehen:

Natürlich ist das heute zu kurz gedacht. Aus diesem Grund beginnen wir ausnahmsweise (normal startet das Canvas bei der Value Proposition) bei der Suche nach den Kunden der (internen) HR-Abteilung. Welche Kundengruppen hat HR?

  • Die Geschäftsführung: Sie finanziert das gesamte Geschäftsmodell und hat selbst eine ganze Reihe an Anforderungen an HR;
  • Die Führungskräfte: Sie benötigen Dienstleistungen von HR;
  • Künftige Mitarbeiter: Das wichtigste Klientel in der Personalbeschaffung;
  • Bestehende Mitarbeiter: Alle derzeit angestellten Mitarbeiter;
  • Ehemalige Mitarbeiter: Unser Alumni-Netzwerk und unsere Rentner;
  • Weitere Stakeholder im Unternehmen, wie Betriebsrat, DSB und ISB

Jede dieser Gruppen hat eigene Ängste und eigene Wünsche. Für jede dieser Kundengruppen muss HR ein Werteversprechen definieren. Einige dieser Wertversprechen sind bereits durch die Kerndienstleistungen von HR gegeben, wie Garant für den regelmäßigen Bezug von Einkommen. Andere Wertversprechen werden erst offenbar, wenn wir uns tiefer mit den Bedürfnissen einer Kundengruppe auseinandersetzen. Die Value Proposition Map liefert hierfür eine brauchbare Vorlage. Exemplarisch wird an dieser Stelle die Kundengruppe Geschäftsführung näher betrachtet:

Mit den Produkten und Dienstleistungen auf der linken Seite schaffen wir in HR Mehrwert (Gain) und reduzieren Schmerz (Pain), um die Geschäftsführung bei ihrer Aufgabe (Job-to-be-done) zu unterstützen.

Setzt man diese Analyse für jede Kundengruppe weiter fort, ergeben sich nach und nach die notwendigen Wertversprechen.

Business Model HR

Übertragen in das Business Model Canvas ergibt sich ein erster Überblick über das Geschäftsmodell einer HR-Abteilung:

Das abgebildete Geschäftsmodel ist nur ein Beispiel und wird sich von Unternehmen zu Unternehmen etwas unterscheiden. Selbstverständlich unterliegt es auch Trends und Schwankungen. Im Kern liefert es einen Anhaltspunkt, wo Verbesserungspotenziale in der Wertschöpfung liegen: Denn klar ist, durch die Verbesserung von Kernaktivitäten, Kernressourcen, der Art der Beziehung von Lieferkanälen garantieren wir die Einhaltung des Wertversprechens und befriedigen die Bedürfnisse unserer Kunden!

Digitalisierung als Schlüssel

Picken wir uns nun exemplarisch eine Kernressource heraus und entdecken wir die Bereitstellung dieser Ressource mit den Möglichkeiten der Digitalisierung neu: Automatische und stabile Prozesse sichern Transparenz und Zuverlässigkeit – zweifellos Kernelemente unserer Value Proposition. Flexible und moderne HR-Systeme mit vollständigen Stammdaten liefern die Basis für die Realisierung von dynamischen und zielgerichteten Workflows. Workflows unterstützen die Abarbeitung von Routineprozessen und sammeln die Prozessdaten, die später die Basis für Transparenz und Entscheidungsunterstützung liefern. Durch cloudbasierte HR-Anwendungssysteme haben wir heute eine Technologie im Zugriff, die schnelle Einführungen und dadurch auch schnelle Rollouts von neuen Prozessen ermöglicht. Cloud-Systeme ermöglichen die Integration von unterschiedlichen Anwendergruppen weltweit. Diese Basisressourcen können wir damit leicht absichern. Automatische und stabile Prozesse können durch elektronische Workflows sichergestellt werden.

Nehmen wir als zweites Beispiel einen Lieferkanal: Wie können die Elemente der Value Proposition einfach, schnell und skalierbar zu den Kunden gebracht werden? Auch hier liefern uns moderne IT-Systeme neue Möglichkeiten. Klassische ESS/MSS-Systeme waren als Zusatzmodul zum HR-Expertensystem ausgelegt. Die Benutzererfahrung – die User Experience – wurde vernachlässigt. Heutige Anwender sind an die Oberflächen von Facebook, Apple und Google gewöhnt. Diese Oberflächen erwarten sie auch von Self Service Anwendungen und Informationssystemen. Warum werden die Unternehmens-News nicht als Unternehmens-Chronik dargestellt? Welche Elemente der Gamification können in Kollaborationsplattformen im Unternehmen übernommen werden? Wie können wir innerhalb von HR-Systemen Mitarbeiter motivieren Ihr Know-How zu teilen, wie sie es auch in öffentlichen Netzwerken heute schon tun? Diese Fragen muss sich HR gemeinsam mit IT stellen. Die Technik ist hier Enabler – heute ist technisch fast alles möglich und häufig finden sich Funktionen in HR-Systemen von der Stange. Den Menschen muss HR im Blick haben und die Einführungen dieser Lösungen begleiten.

HR muss hier unternehmerisch denken: Durch das Etablieren von digitalen Kanälen erreicht HR seine Zielgruppen besser und kann seinen Mehrwert deutlicher transportieren.

Digitale Geschäftsmodelle

Warum der Umweg über das Business Canvas? Weil auch interne Abteilung – wie HR – ihren Fokus auf den Mehrwert für den Kunden legen müssen. Nur dann werden auch sie als wertschöpfende Einheit in der Organisation wahrgenommen. Das Business Canvas ist derzeit das beste Werkzeug, um schnell und einfach bestehende Geschäftsmodelle zu analysieren und zu verbessern.

Am Ende wird HR zum Treiber seines eigenen digitalen Geschäftsmodells und entwickelt neue Value Propositions. Die Erleichterung der Administration, die bei vielen HR-Abteilungen heute im Zentrum steht, ist dabei nur Mittel zum Zweck. Jede Digitalisierung muss zum Ziel haben, den Mehrwert von HR zu sichern und transparent zur Zielgruppe zu transportieren.

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